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Das Geheimnis der Karlsbader Waldwege: Warum Spaziergänge Teil der Kurbehandlung waren

Wenn Sie heute in Karlsbad ankommen, steuern die meisten Besucher zuerst die Quellen an. Ein Kurbecher in der Hand, ein langsamer Spaziergang entlang der Kolonnade und das Probieren des Mineralwassers, das ist ein Bild, das wir sowohl von Fotos als auch aus eigener Erfahrung kennen.

Von Jan Zahradník
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  5 Min. Lesezeit
Tajemství karlovarských lesních stezek: Proč byla chůze součástí lázeňské léčby

Wenn Sie heute in Karlsbad ankommen, steuern die meisten Besucher zuerst die Quellen an. Ein Kurbecher in der Hand, ein langsamer Spaziergang entlang der Kolonnade und das Probieren des Mineralwassers – das ist ein Bild, das wir sowohl von Fotos als auch aus eigener Erfahrung kennen.

Nur wenige wissen jedoch, dass die Badekur nicht nur das Trinken von Mineralwasser umfasste, sondern auch regelmäßige Bewegung in den umliegenden Wäldern. Die Karlsbader Waldwege, Aussichtspunkte und Pavillons wurden nicht nur für romantische Ausflüge angelegt. Sie waren Teil eines durchdachten Gesundheitssystems, das bereits vor über zwei Jahrhunderten funktionierte. Damals verschrieben Ärzte ihren Patienten das Gehen buchstäblich als Teil der Kur.

Wenn der Badearzt einen Spaziergang verschrieb

Im 18. und 19. Jahrhundert kamen Menschen aus ganz Europa nach Karlsbad, um vor allem Erkrankungen der Verdauung, Leber, Gallenblase oder des Stoffwechsels zu behandeln. Die Behandlung bestand jedoch nicht nur aus dem Trinken von Mineralwasser und den therapeutischen Anwendungen.

Die Badeärzte wussten sehr gut, dass Mineralwasser am besten in Kombination mit Bewegung und frischer Luft wirkt.

Ein typischer Kurtag sah daher in etwa so aus:

  • vor dem Frühstück Trinkkur aus den Quellen + langsames Gehen entlang der Kolonnaden
  • therapeutische Anwendungen nach Indikation
  • vor dem Mittagessen Trinkkur aus den Quellen + langsames Gehen entlang der Kolonnaden
  • Nachmittagsanwendungen oder Spaziergang in die umliegenden Wälder und Hügel
  • Erholung im Pavillon, auf einem Aussichtspunkt oder in einem Waldcafé
  • Trinkkur vor dem Abendessen + langsames Gehen entlang der Kolonnaden

Beachten Sie, dass dieses Regime eine beträchtliche Menge an Bewegung enthielt, wodurch der Stoffwechsel angeregt, die Verdauung gefördert und gleichzeitig das Nervensystem beruhigt wurde.

Karlsbad ist nämlich nicht nur eine Stadt der Quellen, sondern auch eine Stadt der Kurwälder und Parks.

Wälder als natürliche Therapie

Die Karlsbader Kurwälder gehören bis heute zu den ausgedehntesten städtischen Waldkomplexen Europas. Rund um die Stadt befinden sich über 180 Kilometer markierte Kurwege.

Diese wurden bereits ab dem 18. Jahrhundert speziell für die Bedürfnisse der Kurgäste angelegt.

Die Wege sind so konzipiert, dass sie:

  • in angenehmem Tempo bergauf führen
  • Erholungsplätze bieten
  • Aussichten auf die Stadt, ihre Umgebung und das Tal des Flusses Teplá ermöglichen

Das Gehen in hügeligem Gelände fördert auf natürliche Weise die Durchblutung, Atmung und den Stoffwechsel. Und genau das war der Grund, warum es Teil der Kurbehandlung war.

Die bekanntesten Aussichtspunkte und Kurpavillons

Hirschensprung

Einer der bekanntesten Aussichtspunkte Karlsbads bietet einen ikonischen Blick auf das historische Stadtzentrum. Der Legende nach entdeckte hier Kaiser Karl IV. die heilenden Quellen.

Heute ist es ein beliebtes Ziel für einen kurzen Kurspaziergang.

Weitere Informationen finden Sie hier

St. Linhart

Die Wälder um Linhart gehören zu den ruhigeren Teilen Karlsbads. Hier finden Sie ausgedehnte Wege, Aussichtspunkte und beliebte Wildparks mit Damwild und Hirschen. Es ist ein idealer Ort für einen längeren Spaziergang oder leichte Wanderungen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Diana

Der Aussichtsturm Diana gehört zu den meistbesuchten Orten der Stadt. Er bietet einen wunderschönen Ausblick auf ganz Karlsbad und die umliegende Landschaft. Man kann mit der Seilbahn hinauffahren, aber viel reizvoller ist ein langsamer Spaziergang auf dem „Freundschaftsweg“: Statt der Hauptasphaltstraße wählen Sie den gewundenen Waldweg, der mit historischen Tafeln markiert ist. Er ist steiler, aber genau das ist die wahre „Kur“.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wohin, wenn Sie den Menschenmassen entfliehen und verborgene Schätze entdecken wollen?

Die meisten Touristen landen am Hirschensprung. Die Karlsbader Wälder bieten jedoch über 180 Kilometer Wanderwege. Wenn Sie Ruhe und die authentische Atmosphäre der Kurwege suchen, probieren Sie diese weniger bekannten Ziele aus:

  • Pavillon beim Bild (Russelweg): Ein versteckter Holzpavillon in den tiefen Wäldern oberhalb von Březová. Der Weg dorthin ist sanft und Sie werden von einer Stille umgeben sein, die Sie an der Kolonnade nicht finden.
  • Findlater-Pavillon: Ein romantisches Gebäude über dem Tal des Flusses Teplá. Er bietet einen der schönsten Ausblicke auf die Stadt, und doch sind Sie hier oft ganz allein.
  • Aussichtspunkt Camera Obscura: Ein echtes „Kino“ des 19. Jahrhunderts. Früher konnten Gäste hier dank eines optischen Effekts ein lebendiges Bild der Landschaft, das an die Wände des Pavillons projiziert wurde, betrachten. Heute ist es ein idealer Ort für einen Panoramablick auf den Sprudel in einem malerischen Tal.

Bewegung und Mineralien: eine natürliche Verbindung

Bei Bewegung an der frischen Luft verliert der Körper auf natürliche Weise Flüssigkeiten und Mineralien. Und genau deshalb war das Gehen in Karlsbad schon immer mit dem Trinken von Mineralwasser aus den örtlichen Quellen verbunden.

Die im Quellwasser enthaltenen Mineralien helfen dem Körper, Elektrolyte aufzufüllen und das innere Gleichgewicht des Organismus aufrechtzuerhalten. Dieses einfache Prinzip funktionierte vor zweihundert Jahren und funktioniert auch heute noch.

Wie funktioniert eine Trinkkur im Gelände?

Ob Sie sich in die Karlsbader Berge begeben oder anderswo spazieren gehen, Sie können sich von der Kurtradition Karlsbads inspirieren lassen.

Bereiten Sie in Ihrer Sportflasche Wasser mit gelöstem Karlsbader Sprudelsalz vor oder werfen Sie einfach eine Brausetablette hinein. So verwandeln Sie gewöhnliches Wasser in ein funktionelles Getränk voller Mineralien und Elektrolyte, die dem Körper helfen, das wieder aufzufüllen, was er bei Bewegung auf natürliche Weise verliert. Ihr Körper erhält so die nötige Unterstützung, noch bevor die erste Müdigkeit einsetzt.

Wenn Sie das nächste Mal in die Karlsbader Wälder gehen, erinnern Sie sich an die Generationen von Kurgästen vor Ihnen. Sie gehen nicht nur spazieren, Sie gehen für Ihre Gesundheit. Und mit einer Prise Sprudelsalz in der Tasche kann Ihr Weg noch angenehmer werden.

Mehr über das Karlsbader Sprudelsalz erfahren

Fotoquelle: Infocenter der Stadt Karlsbad. Verfügbar unter: www.karlovyvary.cz.

Von Jan Zahradník
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